Spannender hätte die Geschichte vom Neubau des Magdeburger Ernst-Grube-Stadions sicherlich nicht sein können: 1999 begannen die ersten kontroversen Diskussionen im Magdeburger Stadtrat über den Sinn oder Unsinn eines Stadionneubaus und des Standortes. Nach dem Grundsatzbeschluss wurden die ersten Vorplanungen gemacht: 60 Millionen DM sollte es maximal kosten, wobei das Land Sachsen-Anhalt 30 Millionen DM als Fördermittel bereitstellen würde. Im Jahr 2001 erfolgte dann der Grundsatzbeschluss zur Erstellung einer Bauunterlage für ein 25.000 Zuschauer fassendes Stadion als möglicher WM-Standort für das Jahr 2006. Trotz mündlicher Förderungszusagen nahm das Land ein halbes Jahr später Abstand von der Fördermittelbereitstellung – das bisherige Konzept drohte zu kippen, eine Alternative musste gefunden werden.

Die Idee: Die Stadt stellt weiterhin die Finanzierung von ca. 30 Millionen DM, die nun fehlenden Fördermittel sollten durch einen privaten Investor finanziert werden, der dafür im Gegenzug die Betreibung des Stadions übernimmt. Damals wurde der Vorschlag von vielen belächelt, von einigen Stadtpolitikern als „Unrealisierbare Vision“ bezeichnet. Welcher Investor sollte denn auch so viele Millionen für einen Viertligisten ausgeben? Dazu kam, dass die Richtlinien für ein WM-Stadion geändert wurden: Ein Fassungsermögen von 45.000 Zuschauern war nun Voraussetzung, zu groß für das Magdeburger Vorhaben. Der Traum eines WM-Spiels in der Landeshauptstadt wurde begraben.
Mittlerweile waren wieder einige Monate vergangen und die Kosten wurde zahlenmäßig von 60 Millionen auf 30 Millionen halbiert – das Eurozeitalter brach an. Gleich zu Beginn des Jahres 2002 stimmte der Stadtrat trotz großer Diskussion über die Größe des Stadions mehrheitlich dafür, dass europaweit nach einem privaten Partner für das Projekt gesucht werden sollte. Vier Unternehmen bewarben sich. Nach knapp 1 ½ Jahren Verhandlungszeit und Ausschluss eines Unternehmens sollte die Bilfinger Berger AG die Zusage erhalten. Im November 2003, am Tage der abschließenden Beratung über die Beschlussvorlage, kam dann die große Enttäuschung: Bilfinger Berger zog aus bis heute nicht eindeutig geklärten Gründen sein Angebot zurück. Über ein halbes Jahr hatte die Stadtverwaltung umsonst Verhandlungen geführt.
Eifrig wurde in der Verwaltung gearbeitet, Nachbesserungen von den beiden verbleibenden Bietern verlangt und so ein halbes Jahr später ein komplett neues Papier zum Stadionneubau vorgelegt. Die Hochtief Construction AG sollte diesmal den Zuschlag erhalten. Doch ein Problem gab es: Das Magdeburger Stadtparlament stand vor einer Neuwahl. Am Donnerstag vor der Kommunalwahl war reguläre Sitzung. Da diese nur so von Beschlüssen überquoll, konnte der Stadtratsbeschluss erst in der Folgesitzung am Montag nach der Wahl im Juni 2004 fallen. Allerdings war anzunehmen, dass einige der Stadträte, die am Sonntag nicht wieder gewählt würden, am Montag ihre Pflichten aus Frust nicht mehr wahrnehmen würden. So befürchteten die Stadionbefürworter eine Mehrheit gegen die Vergabeentscheidung. Prompt wurde die Beschlussvorlage aus „Zeitgründen“ in der Tagesordnung nach vorn verschoben und mit Gegenstimmen der CDU-Fraktion mehrheitlich beschlossen.
Heimstätte des 1. FCM war fast 50 Jahre lang das Ernst-Grube-Stadion in Magdeburg-Brückfeld.
Anstelle des im 2. Weltkrieg zerstörten alten Allianz-Sportplatzes wurde das städtische Ernst-Grube-Stadion unter Nutzung einer Trümmerhalde im "Nationalen Aufbauwerk" errichtet. Das ursprüngliche Fassungsvermögen betrug 45.000 Zuschauer, verringerte sich später aber aufgrund baulicher Veränderungen (Sitzplätze, Tribüne) auf offiziell 25.800.
In früheren Jahren drängten sich aber bis zu 50.000 Zuschauer im weiten Oval, so zum Beispiel bei der Friedensfahrt-Ankunft im Mai 1960.1970 wurde die Tribünenüberdachung eingeweiht, im März 1972 mit dem Oberliga-Punktspiel gegen Dynamo Dresden (2:1) die Flutlichtanlage mit 850 lux.
Mitte der 70er Jahre wurde eine elektronische Anzeigetafel installiert. Neben den Punktspielen des SC Aufbau Magdeburg, SC Magdeburg und ab 1966 des 1. FC Magdeburg fanden in dem nach einem Magdeburger Antifaschisten benannten Stadion auch mehrere Länderspiele der DDR-Nationalmannschaft und ein FDGB-Pokalendspiel statt.
Neben regelmäßigen Verschönerungsarbeiten wurden 1993 im Vorfeld des DFB-Pokalspiels gegen Bayer Leverkusen und nach der Saison 1996/97 Arbeiten zur Erhöhung der Sicherheit in Verantwortung des Sport- und Bäderamtes ausgeführt.
An dieser Stelle entstand in nur 20 Monaten Bauzeit zwischen Februar 2005 und November 2006 eine neue länderspieltaugliche Arena mit einem Fassungsvermögen von 27.250 Zuschauern.